Veröffentlichung Dax 30 LGBT+ Diversity Index 2020: LGBT+ Diversity Management findet Anklang in der Wirtschaft
Softwareunternehmen SAP belegt erneut den 1. Platz, gefolgt von der Deutschen Bank auf Platz 2 und Siemens auf Platz 3. 

 

Heute hat die UHLALA Group im zweiten Jahr den DAX 30 LGBT+ Diversity Index veröffentlicht. Das Ranking zeigt auf, wie stark sich die DAX 30 Unternehmen für eine diverse Unternehmenskultur einsetzen, die offen gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Mitarbeitenden (Abk.: LGBT+) ist. Erneut belegt das Softwareunternehmen SAP den ersten Platz des Rankings. Ab heute können auch Unternehmen, die nicht im DAX 30 gelistet sind, das Audit kostenlos auf der Webseite der UHLALA Group beantworten, um herauszufinden, wie LGBT+ freundlich ihre Strukturen sind.  

Berlin, 10. November 2020 – Als Leitunternehmen der deutschen Wirtschaft geben die DAX 30 auch im Bereich ihres Diversity Managements eine Richtung vor, an der sich andere Unternehmen orientieren. Daher zeigt der DAX 30 LGBT+ Diversity Index auf, wie stark diese sich für LGBT+ Diversity einsetzen und wo LGBT+ Mitarbeitende durch eine offene Unternehmenskultur wertgeschätzt werden. Das Softwareunternehmen SAP hat insgesamt 96,1 Prozent der Punkte erreicht und sichert sich somit ein weiteres Mal den ersten Platz im Ranking. Die Deutsche Bank, 2019 noch auf Platz 7, belegt den zweiten Platz (77,6%) und Siemens belegt, wie bereits 2019, den dritten Platz (75%).

Stuart Bruce Cameron, Initiator des Index und CEO der UHLALA Group: “Dass über die Hälfte der Unternehmen 50% der Punkte erreicht hat, zeigt, dass LGBT+ Diversity mittlerweile auf der Agenda der Arbeitgeber angekommen ist. Dass aber wiederum nur 5 Unternehmen über 70% erreicht haben zeigt auch, dass wir noch einen sehr langen Weg vor uns haben.” Des Weiteren sagt Cameron über den Zusammenhang zum Ranking vom letzten Jahr: “Wir haben das Audit auf Basis von Feedback, gründlicher Recherchen und dem Input von LGBT+ Diversity Expert:innen überarbeitet und erweitert. Unser Ziel ist es nicht, es den Unternehmen möglichst einfach zu machen, sondern, ganz im Gegenteil, das anspruchsvollste LGBT+ Diversity Audit anzubieten. Sollten also Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr auf einem schlechteren Platz landen, heißt das nicht automatisch, dass ihr LGBT+ Engagement schlechter geworden ist, sondern dass unsere Anforderungen gestiegen sind!”

Der Index basiert auf einem Audit, das seit letztem Jahr, auf Basis des Feedbacks der Teilnehmenden und unserem etablierten LGBT+ Diversity Audit, erweitert wurde. Das neue Audit ist umfangreicher, transparenter und detaillierter geworden. Des Weiteren wird überall, wo es möglich ist, einen Nachweis verlangt. Das neue Audit besteht aus vier übergeordneten Kategorien (Unternehmensorganisation, HR & Recruiting, Kommunikation & Sichtbarkeit, Rechtlicher Rahmen & Regelungen) und fragt in verschiedenen Unterkategorien und 53 Fragen das LGBT+ Diversity Engagement der DAX Konzerne ab. Gefragt wird beispielsweise nach dem LGBT+ Mitarbeitendennetzwerk und welche Unterstützung es genießt, die Teilnahme an speziellen LGBT+ Events auch in Zeiten von Corona, Schulungen und Sensibilisierung von Angestellten, die inklusive Sprache in der internen und der externen Kommunikation, das Unterzeichnen von LGBT+ unterstützenden Deklarationen sowie der Umgang mit LGBT+ Diskriminierung am Arbeitsplatz. Entsprechend eines zuvor festgelegten Schemas werden Punkte für die Antworten der einzelnen Unternehmen durch die LGBT+ Diversity-Expert:innen der UHLALA Group vergeben. Daraus ergibt sich schlussendlich ein Ranking der DAX 30-Unternehmen, gemessen an ihrem LGBT+ Diversity Engagement.

Allgemein hat über die Hälfte der DAX Unternehmen mindestens 50% der Punkte erreicht. Den ersten Platz erreicht SAP (96,1%) mit 18,2 Prozentpunkten Vorsprung zum zweiten Platz (77,6%). 11 Unternehmen erreichten in der Subkategorie “LGBT+ Mitarbeitendennetzwerk” 100% der Punkte, was bedeutet, dass nicht nur ein Netzwerk existiert sondern dieses und seine Mitglieder auch strukturell und finanziell gefördert wird. Auch im Bereich “Verhaltensgrundsätze und Handlungsanweisungen” konnten die Unternehmen punkten. So haben, mit Ausnahme von 2 Unternehmen, alle teilnehmenden DAX Konzernen den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität im unternehmenseigenen Verhaltenskodex verankert. Im Bereich “Weiterbildung, Schulung und Aufklärung” existiert allerdings noch Nachholbedarf: So erreichten 20 der 30 Unternehmen hier nicht einmal die Hälfte der Punkte. Noch ernüchternder sieht es bei dem Thema Transgender aus. So erreicht hier lediglich 5 der Unternehmen mehr als 50% der Punkte. 

25 der DAX 30 Unternehmen haben sich am Index beteiligt und das Audit beantwortet. Im Vergleich zu letztem Jahr sind das 3 Unternehmen mehr. So hat beispielsweise 2019 BMW das Audit nicht ausgefüllt und ist dafür in diesem Jahr direkt auf Platz 4 eingestiegen. Auch zum ersten Mal dabei war DAX-Neuzugang Delivery Hero und belegte direkt einen Platz in der TOP 10. Am Ranking nicht beteiligt haben sich die Deutsche Wohnen, die Deutsche Telekom, E.ON, Linde und die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft. Wenn Unternehmen sich gegen eine Teilnahme entschieden haben, wurde das Audit mit Hilfe öffentlich einsehbarer Informationen beantwortet. Aus diesem Grund muss das Ergebnis nicht zwangsläufig dem tatsächlichen LGBT+ Engagement der Konzerne entsprechen.  

Um auch Unternehmen außerhalb des DAX 30 die Möglichkeit zu bieten, sich in dem Ranking einzuordnen und mit den DAX Konzernen zu vergleichen, bietet die UHLALA Group das Audit ab heute kostenlos auf ihrer Webseite an.

Über den Herausgeber des Index

Die UHLALA Group setzt sich seit über 11 Jahren mit zahlreichen LGBT+ Projekten und Marken weltweit für LGBT+ Menschen im Berufsleben ein. Durch Events, Workshops, Trainings, Audits, Zertifizierung, Öffentlichkeitsarbeit und Consulting unterstützt sie progressive Arbeitgeber dabei, ihre LGBT+ Mitarbeitenden zu fördern, neue Angestellte zu gewinnen sowie ihre Arbeitgebermarke in und außerhalb der LGBT+ Community glaubwürdig zu stärken und bekannt zu machen.

Zu den Projekten gehört unter anderem Europas größte LGBT+ Job- und Karrieremesse Sticks & Stones, das globale Leadership Netzwerk RAHM oder auch das LGBT+ Employer Excellence Programm “We Stay PRIDE”. 

Des Weiteren setzt sich die UHLALA Group für Gender Equality ein und hat vor 6 Jahren das Women Leadership Netzwerk PANDA mit ins Leben gerufen.